Wie Grund und Boden Kunst wird

Das Projekt: MUTTERERDE

Termine: 24. August ab 11 Uhr: Fertigung der Objekte, Projekthof Karnitz
2. Oktober ab 11 Uhr: Brand der Objekte, Projekthof Karnitz

Mit der geplanten Kunstaktion MUTTERERDE wollen wir den verantwortungsvollen Umgang aufgreifen, mit welchem jeder einzelne seinen Grund und Boden behandelt und diesen in eine gemeinschaftliche Aktion des Erhaltens übertragen. Die Symbolhaftigkeit der Handlungen soll als eine Art Initiationsritus für zukunftsweisendes allgemeines Handeln wirken.
Unsere durch Monokulturen und verkürzte Fruchtfolgen bewirtschafteten Böden sind ausgelaugt. Die Leistung ihnen Nahrung abzuringen, erfordert die andauernde Verwendung von Pestiziden und anderen chemischen Mitteln. Auf diese Weise agieren wir autoaggressiv. Können wir stattdessen emphatisch neue Entscheidungen treffen? Wie kann der Einzelne „seinen“ Boden retten?
Die Aktion MUTTERERDE beantwortet diese Frage wörtlich. Wir laden die unterschiedlichsten Anwohner um den Kummerower See ein, uns „ihren“ Boden zu bringen Am 24. August wird dieses wertvolle Material auf dem Projekthof Karnitz im technisch notwendigen Verhältnis mit Ton vermischt und von den Besuchern selbst geformt. In diesem aktiven Fertigungsprozess werden sie Teil dieser gemeinschaftlichen Kunstaktion
Nach einer mehrwöchigen Trocknungsphase werden die Objekte am 02. Oktober bei einem zweiten Treffen im Feldbrand halt‐und nutzbar gemacht. Die mehreren Stunden des Brandes bieten Zeit des gegenseitigen Kennenlernens und Miteinander. Der Zeitraum unserer Aktion darf als Initialzündung wirken für daraus resultierende Handlungsstrategien vor Ort.
Die Brenngrube kühlt in der darauffolgenden Nacht aus und die Schalen werden am nächsten Tag entnommen und auf der Vernissage zu KunstHeute ausgestellt.

 

(c) Susanne Gabler, Lena Biesalski

Susanne Gabler arbeitet als bildende Künstlerin hauptsächlich installativ und entwickelt partizipative Projekte. Dabei beschäftigt sie sich mit soziopolitischen und ökologischen Realitäten und den dadurch verursachten gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten. Ihre Arbeiten sind stets Reflektionen dessen, was sie beobachtet und Ansprache an den Betrachter. Sie lebt und arbeitet in Wismar. 

Lena Biesalski studierte an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle freie Plastik/Keramik. In ihrer künstlerischen Arbeiten geht es um Kollektivierungsabläufe aus soziokultureller, sowie naturwissenschaftlicher Perspektive. Sie untersucht Prozesse und entwickelt Modelle von Gemeinschaftsentwicklung. Sie lebt und arbeitet in Hohen Viecheln. 

 

„Spannendes Projekt, das Kunst, Symbol, Natur und Ritual miteinander verknüpft

 „Das Kunstwerk ist nicht nur die Objekte (Schalen), die aus Erde und Ton gemacht werden, sondern auch das gemeinsame Gespräch über die regionale Problematik und die Begegnung zwischen den Anwohnern.“ 

(Stimmen der Jury)