Kunst schaffen im Strom der Fahrt

Das Projekt: Selbst bewegt auf 2 Rädern

Termine: 20. August ab 18 Uhr. Erste Informationen zu den Fahrradtouren im August bis Oktober (Termine auf Anfrage), Projkethof Karnitz

Malerei geht aus dem Sich-Bewegen und Handeln im Rahmen einer anstrengenden Radtour um den Kummerower See hervor.
Der künstlerische Impuls des Fahrers resultiert aus dem Erlebnisstrom der Fahrt und ist gute Grundlage, Bild-Dialog zu eröffnen und zu moderieren – ausgehend von Landerfahrung und bildlichem Fortspinnen der Geschichten von Fahrt und Begegnung.
Künstlerischer Dialog
Im Strom der Fahrt ergeben sich Ruheorte, als Orte des Kunstschaffens konzipiert. Insgesamt vier für die Malerei vorbereitete Paneele werden den Himmelsrichtungen entsprechend an Orten in der Umgebung des Kummerower Sees aufgestellt: an Orten im Park, in Kulturlandschaft, in wenig berührter Natur, im Dorf. Weiß grundiert, sprechen sie an: wer sich auf die Anrede einlässt, selbst Fragen hat oder schon Antworten weiß, findet Malutensilien am Paneel: Pinsel, Kreiden, Farben – er trete ein in den künstlerischen Dialog. Die Paneele am Kummerower See sind Einladungen, gleichberechtigt schaffend am Kunstwerk teilzuhaben.
Dialog mit Natur und Wetter
Insgesamt 6 Wochen werden die Werke neben den künstlerischen den Einflüssen der Natur ausgesetzt sein – Klima und Leben aller Art malen mit. Das Kunstwerk ist Schnittstelle, Forschungs- und Diskussionsort – mitten in der Natur, mitten im Leben.

 

(c) Christian Kabuß

Christian Kabuß studierte nach einem Medizinstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Nach Aufenthalten in Venedig und Budapest lebt er mit seiner Familie heute in Altkalen, wo er als freischaffender Künstler tätig ist. Seine Untersuchungen von Landschaft und natürlicher Umwelt, Experimente zu topografischer Anatomie und Leiberfahrung aus phänomenologischer Sicht und zur Darstellung von Musik gehen letztendlich von der körperlichen Einbindung in den erlebten Welt-Raum aus. Die Kopplung des Erlebten an die Ausdrucksbewegung der Hand, die Betonung der Mittel, führt von Gegenständlichkeit weg. „Ich möchte tätige, mit allen Sinnen, dem ganzen Körper empfundene Wahrnehmung so ursprünglich und tiefgeschichtet wie möglich in Bildlichkeit umsetzen.“

 

Die Natur und die Menschen als Komplizen in ästhetische Leichtigkeit zu bringen und dadurch das Anthropozän als einen ehrenvollen Moment zu verstehen, ist eine beeindruckende Idee.“ 

Die Natur wird als „Kunst-Akteur“ wahrgenommen.

(Stimmen der Jury)