Dass die künstlerische Arbeit eine selbst existierende und lebendige utopische Praxis ist

 

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Anthropozän hat das Potential, eine Reise der Beobachtung des Eingriffs der Menschen in der Welt frei von Objektivität zu ermöglichen. Meiner Auffassung nach ist ein offensichtlich beabsichtigter subjektiver Bezugspunkt nicht nur zulässig, sondern eine der wesentlichen Voraussetzungen, um neue Utopien für die zukünftige Gesellschaft zu umreißen. Die Wirkung der Kunst liegt nicht nur darin, die angebliche „Realität“ mit ausdauernden ideologischen Diskursen zu konfrontieren, um diese in ihrer Machtdimension sichtbar zu machen, sondern besteht in der Tatsache, dass die künstlerische Arbeit eine selbst existierende und lebendige utopische Praxis ist. Darin liegt auch ihre Veränderungskraft, womit die Zivilgesellschaft angesteckt werden kann

 

Jurymitglied Gala Montero ist Schauspielerin, Regisseurin und Soziologin. Sie arbeitet  als  freiberufliche Theatermacherin in internationalen Projekten und hat zuletzt in Frankfurt am Main die Theaterperformance  si mapuche [pause] no  gemeinsam mit Thomas Kurze konzipiert und performt. Als Darstellerin  arbeitet sie mit der deutsch-chilenischen Theaterkompanie  „Tat Sachen Theater“ aus Münster.